lunedì 16 agosto 2010

Arbeitsmarktlage im 1. Quartal 2010 und kurzfristige Aussichten

Der schwache Konjunkturverlauf über weite Strecken des Jahres 2009 vermochte den Schweizer Arbeitsmarkt nicht nachhaltig zu erschüttern. Im 1. Quartal 2010 legten die Zahl der Erwerbstätigen wie auch die Beschäftigung dank des Wachstums im tertiären Sektor gegenüber dem Vorjahr zu. Am Ende des 1. Quartals 2010 verharrte die Erwerbslosigkeit auf hohem Niveau, doch dürfte die allmähliche konjunkturelle Aufhellung eine kurzfristige Trendwende begünstigen: Die saisonbereinigten Werte zeigen für die ersten drei Monate des Jahres einen Rückgang der registrierten Arbeitslosen. Der Aufwärtstrend des Indexes der offenen Stellen und des Indikators der Beschäftigungsaussichten widerspiegelt die optimistischeren Erwartungen der Betriebe für das 2. Quartal 2010.



Der Schweizer Arbeitsmarkt konnte sich trotz des schwierigen Umfelds im Jahr 2009 gut behaupten. Am Ende des 1. Quartals 2010 zählte die Schweiz 4,535 Millionen Erwerbstätige, d.h. 0,3% mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Diese positive Entwicklung geht hauptsächlich auf das Konto der erwerbstätigen Frauen (+0,6%). Die Zahl der erwerbstätigen Männer stieg lediglich um 0,1%, nachdem sie während 3 Quartalen abgenommen hatte. Innert Jahresfrist gab die Zahl der Schweizer Erwerbstätigen leicht nach (-0,1% auf 3,289 Millionen im 1. Quartal 2010), während jene der ausländischen Erwerbstätigen um 1,3% zunahm (1,246 Million). Das Wachstum bei Letzteren beschränkt sich auf die drei wichtigsten Aufenthaltskategorien: Die Zahl der Erwerbstätigen mit einer Aufenthaltsbewilligung (+5,0%), die Zahl der Grenzgängerinnen und Grenzgänger (+2,0%) und die Zahl der Erwerbstätigen mit Einer Niederlassungsbewilligung (+0,2%) nahmen zu, während die Zahl der Erwerbstätigen mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung (-9,5%) und die Zahl der Erwerbstätigen der Kategorie «andere Ausländerinnen und Ausländer» (-11,7%) zurückgingen. In fünf der sieben Grossregionen der Schweiz legte die Zahl der Erwerbstätigen zu (Zürich: +0,7%; Genferseeregion: +0,5%; Zentralschweiz: +0,3%; Tessin: +0,3%; Ostschweiz: +0,2%), im Espace Mittelland blieb sie stabil und in der Nordwestschweiz ging sie leicht zurück (-0,1%). Die bei den Betrieben des sekundären und tertiären Sektors erhobenen Indikatoren deuten ebenfalls auf einen stabilen Schweizer Arbeitsmarkt hin, insbesondere im tertiären Sektor. Nach einem leichten Rückgang im 4. Quartal 2009 lag die Zahl der Beschäftigten im 1. Quartal 2010 erneut über dem Vorjahreswert (+0,1%; +3400 Beschäftigte). Dieser Zuwachs ging allein auf das Konto des tertiären Sektors, der innert Jahresfrist 23’300 Stellen schuf (+0,8%). Der Rückgang im sekundären Sektor ist mit einer Abnahme um 19’900 Beschäftigte (-1,9%) weniger ausgeprägt als in den drei vorangehenden Quartalen. Die Beschäftigungsentwicklung zum Jahresbeginn ist weiterhin durch den Zuwachs der Teilzeitarbeit (+21’500 Stellen) und die Abnahme der Vollzeitbeschäftigung (-18’000 Stellen) geprägt. Trotz der robusten Beschäftigungslage bewirkte die schwache Konjunktur einen starken Anstieg der bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren eingeschrieben Arbeitslosen. Im März 2010 zählte die Schweiz 166’000 eingeschriebene Arbeitslose, d.h. 31’300 (+23,2%) mehr als im Vorjahresmonat (134’700). Die Zahl der nichtarbeitslosen Stellensuchenden (hauptsächlich Personen mit Zwischenverdienst und Teilnehmende an vorübergehenden Beschäftigungs-, Umschulungsund Weiterbildungsprogrammen) legte von März 2009 (57’300) bis März 2010 (65’500) ebenfalls zu. Allerdings zeigen die saisonbereinigten Werte für die ersten drei Monate des Jahres 2010 einen Rückgang der registrierten Arbeitslosen gegenüber Dezember 2009, was ein Indiz für eine mögliche Trendumkehr ist. Die in die nahe Zukunft gerichteten Indikatoren aus den Betriebsbefragungen lassen für das 2. Quartal 2010 eine Verbesserung der Beschäftigungssituation erwarten: Der Index der offenen Stellen legte von März 2009 bis März 2010 um 2,9% zu und der Indikator der Beschäftigungsaussichten für die drei folgenden Monate erhöhte sich um 4,7%. Laut diesen beiden Indikatoren dürfte sich der Beschäftigungsrückgang im sekundären Sektor weiter abschwächen (Index der offenen Stellen: +11,0%; Indikator der Beschäftigungsaussichten: +8,5%). Im tertiären Sektor ist der Index der offenen Stellen stabil, während der Indikator der Beschäftigungsaussichten um 3,3% zulegt. Die im Herbst 2009 zwischen den Sozialpartnern der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge abgeschlossenen Lohnverhandlungen ergaben für 2010 durchschnittlich eine nominale Effektivlohnerhöhung von 0,7% (sekundärer Sektor: +0,4%; tertiärer Sektor: +0,1%). Diese Erhöhung dürfte die für 2010 erwartete durchschnittliche Teuerung nicht ausgleichen.

Eidgenössisches Departement des Innern EDI
Bundesamt für Statistik BFS

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